Gehaltsvorstellung in der Bewerbung richtig formulieren



Gehaltsvorstellung
Finden Sie bei der Gehaltsvorstellung einen guten Mittelweg und kennen Sie Ihren Marktwert.

Viele Bewerber geben ihr Bestes, um ein ansprechendes Anschreiben zu formulieren, den Lebenslauf wahrheitsgemäß wiederzugeben und das Layout ansprechend zu gestalten. Doch wenn es um eine ganz bestimmte Sache geht, tun sich viele Menschen schwer: die Gehaltsvorstellung.

Dabei handelt es sich gerade bei diesem Detail um ein besonders wichtiges. Wer an dieser Stelle ein wenig Vorarbeit investiert, der kann beim potenziellen Arbeitgeber punkten und erhöht die Chancen auf eine Einladung.

Recherchieren und berechnen

Nur die wenigsten Menschen wissen, welchen Marktwert die eigene Arbeitskraft tatsächlich hat. Hier geht es nicht nur darum, welchen Schulabschluss Bewerber haben, sondern um den tatsächlichen Marktwert in einer speziellen Branche. Gerade Berufseinsteiger sollten mithilfe des Internets erst einmal herausfinden, welches Gehalt in der Region, innerhalb der Branche und bei bestimmten Unternehmen üblich ist. Hier ist es besonders ausschlaggebend, um welche Art von Unternehmen es sich handelt. Faustregel: Große Konzerne zahlen häufig etwas mehr als kleine Betriebe mit maximal zwanzig Mitarbeitern.

Um konkrete Zahlen herausfinden zu können, sollten sich Bewerber zum Beispiel in Portalen zum Gehaltsvergleich informieren. Hier werden Gehälter, Berufserfahrung, Qualifikation und Unternehmensgröße ins Verhältnis gesetzt. Mit der Zeit entwickeln selbst unerfahrene Bewerber ein Gefühl für den eigenen Wert. Auch in verschiedenen Jobbörsen werden hin und wieder Zahlen veröffentlicht. Eine erste Übersicht können sich Bewerber hier innerhalb weniger Minuten verschaffen – und das zahlt sich aus.

Neben dem üblichen Marktwert sollten Bewerber noch etwas anderes herausfinden: Was kostet der Bewerber selbst das Unternehmen und welcher Wert wird im Umkehrschluss erwirtschaftet? Natürlich möchte der zukünftige Arbeitgeber einen Gewinn erzielen. Das sollten Bewerber niemals vergessen.

Realistische Angaben sagen viel aus

Wenn ein Bewerber die Gehaltsvorstellung in der Bewerbung nennt, dann können sich Personaler und zukünftige Chefs auf einfache Weise einen ersten Eindruck verschaffen. Kennt der Bewerber seinen Marktwert? Gibt er sich die Mühe, um zu recherchieren? Ist derjenige eher gierig oder will schlichtweg zu hoch hinaus? Wer die Frage nach der Gehaltsvorstellung gar nicht erst adäquat beantwortet, der macht sich per se nicht beliebter. Das gilt vor allem dann, wenn in der Stellenausschreibung explizit nach dem angestrebten Gehalt gefragt wurde.

Personaler fragen sich natürlich, warum der Bewerber partout keine Zahlen nennen möchte. Die meisten Menschen werden zu dem Schluss kommen, dass derjenige seinen Marktwert nicht einschätzen kann, weil er die Anzeige gar nicht richtig gelesen hat. Ebenfalls denkbar: Der Bewerber ist unsicher ist, ob er der Richtige für die Besetzung ist. Natürlich kommt auch die Möglichkeit in Frage, dass derjenige überzogene Vorstellungen vom Gehalt hat und sich dessen bewusst ist. Ganz egal, was sich das Gegenüber denkt: Keine Angaben zu machen, ist sicher der falsche Weg.

So wird die Gehaltsvorstellung konkret ausformuliert

Wenn nach den Vorstellungen für das Gehalt gefragt wird, dann können Bewerber davon ausgehen, dass es sich um das Bruttogehalt handelt, welches innerhalb eines Jahres verdient wird. Es ist daher nicht zielführend, wenn das monatliche Gehalt angegeben wird. Allerdings darf ruhig dazugeschrieben werden, ob es sich um die Summe aus zwölf oder aus dreizehn Gehältern handelt. Theoretisch können auch Zusätze, wie Zuschüsse zu den Fahrtkosten, vermögenswirksame Leistungen und andere Boni genannt werden. Bei einigen Unternehmen gilt das allerdings als kleinlich, daher sollte im Zweifel darauf verzichtet werden.

Wer gerne hoch pokern möchte, der kann sich am aktuellen Gehalt pro Kalenderjahr orientieren und hier noch einmal ein Fünftel hinzurechnen. Handelt es sich um einen Wechsel in eine bessere bzw. höher angesiedelte Position, so darf es in Einzelfällen mehr sein. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn vorher als normaler Angestellter (Senior oder Junior) gearbeitet wurde und nun zum Posten des Teamleiters gewechselt wird. Es ist üblicherweise so, das Führungskräfte mehr Gehalt bekommen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Die Vorstellung vom zukünftigen Gehalt wird zumeist erst ganz zum Schluss genannt. In einem abschließenden Satz kann hier eine konkrete Zahl geschrieben werden. Erst danach folgt die Grußformel und der volle Name des Bewerbers.

Keine Gehaltsvorstellung gefordert – und nun?

Nicht in jeder Stellenanzeige werden Bewerber ausdrücklich dazu aufgefordert, die Vorstellung des eigenen Gehalts zu nennen. In diesem Fall neigen Bewerber dazu, erst gar keine Zahlen preiszugeben und sich stattdessen überraschen zu lassen. Das ist nicht unbedingt der richtige Weg. Viele Unternehmen wissen es durchaus zu schätzen, wenn Bewerber konkrete Zahlen nennen, obwohl sie das nicht müssen. Dieser eigeninitiative Schritt zeugt von einem guten Selbstbewusstsein. Kennt der Bewerber seinen eigenen Marktwert, deuten die meisten Zuständigen das als gutes Zeichen.

Natürlich ist es kein Muss, das Gehalt bereits im Anschreiben zu nennen. Wer sich an dieser Stelle unsicher ist, der kann dieses heikle Thema auch auf das Bewerbungsgespräch verschieben. Handelt es sich allerdings um einen Jobwechsel, bei dem ein klares Ziel auf jeden Fall ein besseres Gehalt ist, so gehört die Gehaltsvorstellung ins Anschreiben. Auf diese Weise können Bewerber sichergehen, dass sie sowohl sich selbst, als auch dem Unternehmen kostbare Zeit sparen, sofern die Vorstellungen nicht miteinander harmonieren.